Science Fiction

 

 

 

Eines schönen Tages klopft es mitten in der Nacht

An die Tür von meinem Nachbarn namens Schmitt.

Und als Schmitt, warum auch nicht, die Türe aufgemacht',

Da nahmen ihn drei Herren einfach mit, den Schmitt.

Nun der Schmitt der war, das wußte ich, ein echter Kommunist,

Nahm das Messer nur zum Grüßen aus dem Mund,

Dennoch dachte ich mir, das man da was unternehmen müßt

Doch ich fand beim besten Willen keinen Grund

Bin ich etwa Mitglied in der DKP? Nee,nee,nee - na also!

 

Eines schöne Tages klopft es nachmittags um Drei

An die Tür von meinem Nachbarn names Glatt

Und als er die Türe aufgemacht, da standen vor ihm jene drei,

da war er einfach platt, der Glatt.

Nun, der Glatt, das war ein Sozi, und als er nicht wiederkam

Dacht' ich mir das hat schon seinen Grund

Und obwohl sich mein Gewissen ziemlich renitent benahm

Hielt ich eisern und beharrlich meinen Mund.

Bin ich etwa Mitglied in der SPD? Nee, nee, nee - na also!

 

Eines morgens holten die Drei dann noch den Herrn Klein,

Und ich schwieg, weil ich kein Christ bin, so wie er.

Wie gesagt, in solche Dinge mischt man sich nicht ein,

Denn das leben ist ja ohnehin schon schwer, und zwar sehr.

Doch seit anderhalb Minuten sieht das alles anders aus,

Gehn mir völlig neue Dinge durch den Kopf

Außer mir, das weiß ich sicher, schlafen alle hier im Haus

Keiner hört an meiner Türe das Geklopf....

 

Soll ich etwa einmal laut um Hilfe schrein?

Nein, nein, nein: Zu spät.

 

Text und Musik: Ekkes Frank

Martin Niemöller (1892 - 1984)