Phyllis und die Mutter

 

Ihren Schäfer zu erwarten

talarali-tiralala

Schlich sich Phyllis in den Garten

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In dem dunklen Myrthenhain

Schlief das lose Mädchen ein

talarali-tiralala -  talarali-tiralala

 

Ihre Mutter kam ganz leise

Nach der alten Mütterweise

Nachgeschlichen, o wie fein!

Fand das Mädchen ganz allein

 

Ihrem Schlummer jäh entrissen

Von den sanften Mütterküssen

Rief die Kleine: "Rodermüth,

warum kommst Du heut' so spät?

 

(Mutter:)

Ha, so hast Du mich betrogen

Deine Unschuld ist gelogen

Ihm zur Schmach und Dir zur Pein

sperr' ich Dich ins Kloster ein!

 

(Phyllis:)

Kloster ist nicht mein Verlangen

Bist ja selbst nie hingegangen

Und wenns jeder so sollt' gehn

Möcht' ich mal die Klöster sehn!