Lied vom Bauern, der ins Heu fährt

 

 

Es hatt' ein Bauer ein schönes Weib, das blieb so gerne zu Haus.

Es bat oft ihren lieben Mann, er sollte doch fahren hinaus,

er sollte doch fahren ins Heu, er sollte doch fahren ins Heu,

ins Heu, juche, ins Heu, juche, er sollte doch fahren ins Heu.

 

Ei, dachte der Bauer, was fällt ihr denn ein? - Sie hat mir was auf dem Rohr.

Wart, wart, ich schirre die Rappen zum Schein und stelle mich hinter das Tor

und tu so als führ' ich ins Heu...

 

Bald kam ein Reiter die Dorfstraß' hinab, so nett wie ein Hofkavalier.

Das Weib im Fenster ein Zeichen ihm gab, und öffnete leise die Tür:

"Mein Mann ist gefahren ins Heu..."

 

Sie drückte den blühenden Buben ans Herz und gab ihm manch' feurigen Kuss.

Dem Bauer am Guckloch ward schwül bei dem Scherz, er sprengte die Tür mit dem Fuß:

"Ich bin nicht gefahren ins Heu..."

 

Der Reiter der machte sich wie ein Dieb durchs Fenster geschwind auf der Flucht.

Doch sie sprach bittend: "Lieb Männchen vergib! - Er hat mich in Ehren besucht.

Ich dachte Du führest ins Heu...."

 

"Potz Hagel und wär' ich auch meilenweit gefahren, ins Heu oder Gras,

verbitt' ich  - zum Henker! doch während der Zeit, mir solchen verwetterten Spaß!

Da fahr doch der Teufel ins Heu..."