Singing songs against war at the manifestation für peace, Easter 2022
Bardentreff Blaubeuren 2021
Session with Mandy Strobel, John Donarsky and Annette
Singen beim Warnstreik der IG BAU 2019 vor dem Werkstor bei Heidelbergzement Schelklingen
Beim Sommerfest der Freidenker 2017
CWF Koetz- An evening in August

Der Friedensmaler

Der Friedensmaler

 

Da war ein kleiner Junge, und der lief hinein ins Haus
Und packte in der Küche seine Zeichensachen aus
Er saß da, wo man immer den Himmel sehen kann
Nahm Pinsel und nahm Farben und fing zu malen an!
Er malte in den Himmel eine große Sonne rein
Darunter auch zwei Menschen, einen groß und einen klein
Und neben diesen Menschen fing er zu schreiben an
Er schrieb mit sehr viel Mühe, dass man's gut lesen kann:
Immer soll die Sonne scheinen
Immer soll der Himmel blau sein
Immer soll Mutter da sein
Und immer auch ich!

Aus diesen Kinderworten, da hat zu später Nacht
'Ne Frau mit viel Musik im Kopf ein kleines Lied gemacht
Das Lied kam bis nach Frankreich, Yvonne und auch Madeleine
Die sangen es zusammen, sehr deutlich und sehr schön:


Gardez-nous le soleil!
Gardez-nous le bleu du ciel!
Gardez-nous ma mère en vie!
Gardez-mois mon avenir!

Das Lied kam nach Amerika und über den Ozean
Ein Sänger, der
Pete Seeger hieß, der fing zu singen an
Es sang für den Frieden in Vietnam, für den Frieden in USA
Und die Kinder sangen es alle mit, weil das auch ihr Lied war:


May there always be sunshine
May there always be blue skies
May there always be mama
May there always be me!

Doch einmal fragten die Leute: "Wo lebt er, in welcher Stadt
Der Junge, der diese Worte zuerst geschrieben hat?"
Der Junge lebt in Moskau, sein Vater fiel im Krieg
Und er hatte in seiner Sprache diese Welt und den Frieden lieb:
Pust fsegda budjet sonze
Pust fsegda budjet njeba
Pust fsegda budjet mama
Pust fsegda budu ja!

German Lyrics: Fredrik Vahle / Other lyrics: Pete Seeger

May there always be sunshine

Das von Pete Seeger interpretierte MAY THERE ALWAYS BE SUNSHINE geht auf ein russisches Lied zurück, welches sich von einer Hymne der sowjetischen Anti-Atom-Propaganda zu einem internationalen Friedenslied entwickelte und seit den 1960er Jahren in verschiedenen Ländern der Welt rezipiert und gesungen wird.

I. Entstehungsgeschichte

Inspiriert wurde das russische Lied von einer Zeichnung aus dem Jahr 1928. Der seinerzeit vierjährige Junge Konstantin (Kostya) Barannikov (Константин [Костя] Баранников) soll die Worte “Pust vsegda budet solntse” (“Möge immer die Sonne scheinen”) an den Rand des Bildes geschrieben haben, welche den Refrain des Liedes bilden (Markov 1966: 824f.; Jewtuschenko 1993: 1010). Der Junge erklärte mit seinem inspirierenden Vierzeiler die Bedeutung des Wortes “immer” (Bowlt 2002: 37). Die vier Zeilen wurden im Jahr 1928 in der Zeitschrift Native Sprache und Literatur an einer berufsbildenden Schule von der Kinder-Psychologin Xenia Spasskuya (Ксения Спасская) publiziert. Die Psychologin schreibt: “…a potom podbezhal k svoyeĭ mame i skazal: Pust vsegda budet nebo, Pust vsegda budet solntse, Pust vsegda budet mama, Pust vsegda budu ya. Razve eto ne porazitelnoe po svoyeĭ prostote, glubine i sile utverzhdenie zhizni? I razve dlya nego ne naĭdeny sootvet•stvuyushchie slova?” [“…und dann lief er zu seiner Mutter und sagte: Immer soll der Himmel da sein, immer soll die Sonne scheinen, immer soll meine Mutter da sein, immer soll ich da sein. Ist dies nicht erstaunlich in seiner Einfachheit, Tiefe und Kraft der Bejahung des Lebens? Und hat er nicht angemessene Worte gefunden?”] (Spasskuya 1928).

Diese Worte griff der in Russland sehr beliebte Literaturkritiker und Kinderbuchautor Kornej Tschukovski (Корней Чуковский) auf. Er hielt seine Beobachtungen von Kindern und ihrer verbalen Kreativität fest in dem Buch Kleine Kinder (Маленькие дети [Malenkie deti])(1928), welches später unter dem Titel Von zwei bis fünf (1933) bekannt wurde. In diesem schilderte er ausführlich seine Eindrücke und Beobachtungen des Sprachverhaltens von Kleinkindern (vgl. Tschukovski 1994: 368).

1960 wurde auf den Vierzeiler in der Kulturzeitschrift Literatur und Leben eingegangen (vgl. Tschukovski 1960; Balina 2009: 7f.). Ein Jahr später wurden die Worte des kleinen Jungen von dem Moskauer Künstler Nikola Petrovich Czaruchin (Чарухин Николай Петрович) aufgegriffen und in dem Plakat “Möge immer die Sonne scheinen” verarbeitet. Dieses wurde von dem Dichter Lev Oshanin (Лев Оша́нин) auf der Mai-Demonstration 1962 gesehen, welcher zu diesen Zeilen als Refrain einen Strophentext dichtete (vgl. Reid 2005: 25). Der vollständige Liedtext wurde erstmals im selben Jahr in der Zeitschrift Journal für kulturelle und pädagogische Arbeit (журнале Культурно-просветительская работа [zhurnale Kulturno-prosvetitelskaya rabota] 1962: S.50) veröffentlicht. Die Musik des Liedes wurde von Arkadii Ostrovskii (Аркадий Островский) komponiert. Die anfänglich auch Sonnenschein (Солнечный круг! [Solnechnyĭ krug!]) genannte Komposition wurde in kurzer Zeit zu einem der populärsten Kinderlieder der Sowjetunion sowie ein festes Element der russischen Pionier-Bewegung (vgl. Georgeoff 1968: 145).

1962 wurde das Lied erstmals durch die sowjetische Sängerin Tamara Miansarova aufgeführt. Miansarova gewann mit ihrem Auftritt auf dem VIII. Weltjugend-Festival in Helsinki den Hauptpreis. International berühmt wurde das Lied 1963 nachdem Miansarova damit den ersten Platz auf dem International Song Festival in Sopot erreichte. Nach diesem Erfolg wurde das Lied der “Nachtigall von Moskau” (соловьем Москвы [solovem Moskvy]) in der gesamten UdSSR und anderen Ländern sehr schnell beliebt.

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